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Australische Gespenstschrecke

Dieses grosse nachtaktive Insekt ist zwischen seinen Futterpflanzen auffällig unauffällig. Der Körper mit seinen flügelähnlichen stachelbesetzten Strukturen sieht bei einem flüchtigen Blick aus wie ein verdorrtes Blatt. Die Bewegungen der erwachsenen Gespenstschrecken wirken krankhaft verlangsamt und schwankend, haben jedoch den Effekt, dass das laufende Tier wie eine im Wind bewegte Pflanze aussieht. Die Jungtiere sind sehr viel flinker. Frisch geschlüpft haben sie einen schlanken dunklen Körper und roten Kopf. Sie imitieren mit ihrem Aussehen und ihren Bewegungen die australische Drüsenameise hervorragend. Doch wozu?

 

Die Erklärung ist abenteuerlich: Die Eier der australischen Gespenstschrecke werden von den Weibchen auf den Boden fallen gelassen. Von dort werden sie von Drüsenameisen eingesammelt, da diese sie für Pflanzensamen halten. Im unterirdischen Bau der Ameisen werden die Eier in den Speicherkammern gelagert, können aber wegen der dicken Schale nicht von den Ameisen gefressen werden. So entwickeln sich die Eier der Gespenstschrecken im gut geschützten Ameisenbau während fünf bis sechs Monaten bei idealem Klima. Frisch geschlüpft entkommen sie dank ihres Aussehens unversehrt aus dem Ameisenbau.

 

Bei den grossen, ruhenden Weibchen lässt sich gut die Atembewegung beobachten. Die Insekten fördern dadurch den Luftaustausch in ihren Tracheen. Die Atemöffnungen sind am Hinterleib gut erkennbar.

 

Übrigens: Gespenstschrecken brauchen für die Fortpflanzung keine Männchen. Falls es im Terrarium Männchen hat, erkennen Sie diese an den gut ausgebildeten Flügeln.

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