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Buntbarsche

Buntbarsche aus dem Tanganyikasee

Im Tanganyikasee in Ostafrika leben etwa 250 endemische (d.h. nur an diesem Ort vorkommende) Buntbarscharten. Interessanterweise sind fast alle dieser Arten im See selbst entstanden, und zwar aus nur wenigen Ursprungsarten, die in den See eingewandert sind. Alle 250 Arten sind also - trotz ihrer augenfälligen Unterschiede beim Körperbau und Verhalten - sehr nahe miteinander verwandt! Dies macht das Gewässer zu einem absoluten Hotspot der Evolution.

 

Neben unterschiedlicher Ernährungs- und Lebensweise unterscheiden sich die Arten vor allem auch in ihrer Fortpflanzungsstrategie. Verschiedene Strategien können hier im Aquarium beobachtet werden:

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Neolamprologus marunguensis

Die Eier werden in einer Steinhöhle ausgebrütet. Beide Elternteile kümmern sich um die Brut: Das Weibchen umsorgt die Eier und frisch geschlüpften Larven, reinigt sie von Ablagerungen und fächert ihnen immer wieder frisches Wasser zu. Das grössere Männchen verteidigt derweil das Revier und vertreibt andere Fische, die dem Nachwuchs gefährlich werden könnten.

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Cyprichromis leptosoma

Die Eiablage findet bei dieser Art nicht auf einer Oberfläche, sondern direkt im Freiwasser statt. Dabei entlässt das Weibchen jeweils ein Ei, um es dann direkt ins Maul aufzunehmen. Das Weibchen nähert sich dann der Geschlechtsöffnung des Männchens, worauf dieses Spermien entlässt, welche die Eier im Maul das Weibchens befruchten. Die Jungen bleiben bis zum Erlangen der vollen Schwimmfähigkeit im Maul des Weibchens geschützt und werden erst dann entlassen.

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Cunningtonia longiventralis

Das Männchen baut einen imposanten Sandkrater um das Weibchen dazu zu bewegen, Eier darin abzulegen. Die Sandkrater wirken attraktiv auf die Weibchen und sind somit Bestandteil der sexuellen Selektion bei dieser Art. Nach der Ablage werden die Eier vom Männchen befruchtet und vom Weibchen im Maul ausgebrütet.

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Neolamprologus multifasciatus

Hier wachen die Männchen über eine selbst zusammengetragene Burg aus leeren Schneckenhäusern. Die Schneckenhäuser bieten den Weibchen ideale Bedingungen, um ihre Eier abzulegen und die Larven grosszuziehen. Damit der Nachwuchs gut mit Sauerstoff versorgt ist und sich keine Abfallprodukte im Schneckenhaus ansammeln, fächert das Weibchen regelmässig frisches Wasser ins Haus hinein.

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