
Gymnasium Münchenstein

Chinesische Rotbauchunke
Obwohl diese Art mit ihren Warzen den Kröten ähnelt, gehört sie zur stammesgeschichtlich alten Familie der Unken und Barbourfrösche. Chinesische Rotbauchunken kommen in Teilen Sibiriens, Chinas und Korea vor, wo man sie oft in der Nähe von Gewässern wie Bächen und Tümpeln findet. Chinesische Rotbauchunken sind trotz ihrer Verbreitung eher wärmebedürftig. Aus diesem Grund ist ihre jährliche Aktivitätsdauer in Sibirien relativ kurz und sie verbringen mehr als die Hälfte des Jahres in Winterruhe an einem frostsicheren Ort. Obwohl man Amphibien eher mit Wasser assoziiert, verbringt auch diese Art – wie viele andere Amphibien Lebensräumen wie Mischwäldern oder feuchten Wiesen. Markant bei Unken sind die herzförmigen Pupillen (Abbildung 1 und 2).


Abbildung 1
Abbildung 2
Wie viele Tieren sind Chinesische Rotbauchunken möglichst unauffällig gezeichnet und verschmelzen durch diese Tarnung geradezu mit der Umgebung. Zusätzlich haben diese Unken einen sehr auffällig gezeichneten Bauch, welcher meist rot oder auch gelb-orange und schwarz gefärbt ist (Abbildung 3).

Abbildung 3
In der Welt des Fressens und Gefressen werdens bedeutet eine solche Färbung oft «Lebens- bzw. Vergiftungsgefahr». Fühlt sich eine Rotbauchunke bedroht oder merkt, dass sie entdeckt wurde, zeigt sie dem Feind statt ihrer unauffälligen Oberseite ihre markant gefärbte Unterseite. Diese signalisiert dem Feind eine Warnung, denn in der Natur findet man Warnfarben oft bei giftigen Tieren. Diese Warnfärbung nennt man Aposematismus. Meist ist ein einziger Versuch, ein solches Tier zu fressen ausreichend, damit potentielle Fressfeinde eine lebenslange Aversion gegenüber solch aposematistisch gefärbten Tieren entwickeln. Bei den Rotbauchunken ist diese Färbung durchaus angebracht: sie produzieren nämlich ein Hautsekret, welches die Haut nicht nur feucht hält, sondern auch Reiz- und Giftstoffe gegen Fressfeinde enthält. Dennoch werden Unken z.B. von Vögeln wie Störchen und Reihern, Schlangen, Igeln und anderen Tieren gefressen.
In Westeuropa lebt die Gelbbauchunke (Bombina variegata L.) mit einem gelb-orange gefärbten Bauch, in Mittel- und Osteuropa die klassische Rotbauchunke (Bombina bombina L.)